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Tradition

Hofmann- und Heermann-Preis

Der Preis wird seit 1986 von der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie an HNO-Ärzte verliehen, die sich um die Weiterentwicklung der praktischen HNO-Heilkunde besonders verdient gemacht haben.

Festlicher Tisch mit Messingschild, gerahmter Urkunde und Blumenstrauß

Die Fördergabe soll in erster Linie die Persönlichkeit des Preisträgers ehren und seine Vorbildfunktion herausstellen. Prof. Dr. med. Hans Heermann hat 1975 mit einer Schenkung den Anstoß zur Schaffung des Friedrich-Hofmann-Preises gegeben, Prof. Dr. med. Joachim Heermann hat 1995 diesen Preis durch eine großzügige Spende auf eine gesicherte finanzielle Grundlage gestellt.

Friedrich Hofmann und der Ohrenspiegel

Namensgeber des Preises ist Dr. med. Friedrich Hofmann (19.07.1806 – 24.01.1886). Auf seinem Grabstein in Burgsteinfurt steht: „Er war ein Freund des Lichtes und der Erste, der dasselbe der Diagnostik dienstbar machte.“

„Es gibt kaum zwei andere medizinische Fachgebiete, deren Geschichte durch die Erfindung eines einzigen Untersuchungsinstrumentes so nachhaltig geprägt wurde, wie es in der Augenheilkunde und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde … durch Einführung des Augenspiegels und des Ohrenspiegels der Fall war.“
Harald Feldmann, Bilder aus der Geschichte der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

Friedrich Hofmann veröffentlichte den Ohrenspiegel am 2. Januar 1841 in der Wochenzeitschrift für die gesamte Heilkunde („Beitrag zur Untersuchung des äußeren Gehörgangs“). Er beschrieb das Prinzip so: „Man werfe nur mittels eines in der Mitte perforierten Hohlspiegels einen Sonnenstrahl in den Gehörgang und blicke durch die Öffnung in den hell erleuchteten Gang. Es ist … dem Untersucher möglich, sich bis auf einige Zoll dem Ohre zu nähern, und es kann dem forschenden Auge nicht das geringste entgehen.“

Das Licht wird durch den Hohlspiegel gebündelt und fällt blendfrei, parallel zur Sehachse des Auges, in tiefe, dunkle Körperhöhlen wie z. B. den Gehörgang. Der Hohlspiegel war zunächst als Handspiegel konstruiert. Kramer veröffentlichte 1836 ein Stirnband mit einer Metallplatte und einem daran befestigten Kugelgelenk (W. Kramer: Die Erkenntnis und Heilung der Ohrenkrankheiten, 2. Aufl., Nicolai, Berlin 1836). Dadurch konnten beide Hände genutzt werden; das Licht wird mittels Kopfdrehung in die richtige Position gebracht. Das Original des Hofmannschen Spiegels befindet sich im Besitz der Universitäts-HNO-Klinik Würzburg.

Preisträger seit 1986

Bis 1996 wurde die Auszeichnung als Friedrich-Hofmann-Preis verliehen, ab 1998 als Hofmann- und Heermann-Preis. Die Liste gibt den Stand des Praxis-Plakats wieder (zuletzt 2013).

JahrPreisträgerBegründung
2013L. E. WaltherSulzbachzum Dank für seine umfangreichen wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Neurootologie in Verbindung mit seinen Verdiensten für die praktische HNO-Heilkunde
2010Dr. med. Joachim T. MaurerMannheimin Anerkennung seiner wissenschaftlichen Arbeiten zur Diagnostik und Therapie bei Schlafapnoe-Syndrom
2008Prof. Dr. med. Tilman KeckUlmin Anerkennung seiner Grundlagenforschung zur in-vivo-Untersuchung von Klimaparametern der Atemluft
2007Dr. med. Jochen GleditschBaierbrunnin Anerkennung seiner Verdienste um die Komplementärmedizin und Akupunktur in der praktischen HNO-Heilkunde
2006Prof. Dr. med. Ingo F. HerrmannRom/Italienin Anerkennung seiner Erforschungen und Publikationen auf den Gebieten Globusgefühl und Schluckstörungen sowie der neuesten Techniken der Somnoskopie
2005Dr. med. Goesta SchimanskiLünenin Anerkennung seiner praxisbezogenen Publikationen auf dem Gebiet der Mittelohrchirurgie
2003Prof. Dr. med. Manfred HülseMannheimfür seine Arbeiten zur funktionellen Störung der Halswirbelsäule und ihre Bedeutung für das HNO-Fachgebiet
2001Dr. med. Karl OttoMannheim
1998Dr. med. Eberhard BiesingerTraunsteinfür seine besonderen Verdienste um die Manual- und Tinnitustherapie
1998Dr. med. Rolf Münkerfür seine hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet der ästhetischen und plastischen Chirurgie
1996Priv. Doz. Dr. med. Rainer Keerlfür das Multimediaprojekt „Die endonasale Pansinusoperation“
1995Prof. Dr. med. Joachim Heermannfür seine praxisbezogenen, ideenreichen Arbeiten zur Mikrochirurgie des Mittelohres und der endonasalen Chirurgie der Tränenwege
1994Prof. Dr. med. W. Schweckendiekfür wegweisende Arbeiten im Grenzgebiet von Hals-Nasen-Ohren- und Kiefernchirurgie
1993Medizinalrat Dr. med. P. Weinaugfür Arbeiten über die Spontanremission beim idiopathischen Hörsturz
1992Prof. Dr. med. W. Bachmannfür Arbeiten zur Entwicklung der Rhinomanometrie und deren Einsatz in der Praxis des Hals-Nasen-Ohren-Arztes
1991Dr. med. H. Luckhauptfür Arbeiten zur Antibiotikatherapie und zur Schmerzbehandlung
1991Prof. Dr. med. K. Seifertfür Arbeiten zur Bedeutung der Halswirbelsäule als Krankheitsfaktor
1988Prof. Dr. med. H. Ganzfür praxisbezogene Publikationen in den Fachzeitschriften und Herausgabe einer der Fortbildung dienenden Buchreihe
1986Dr. med. P. Tolsdorfffür zahlreiche Publikationen zu operationstechnischen Fragen aus der Praxis

Bildquellen mit freundlicher Unterstützung: Median-Verlag, Heidelberg. Zeichnungen: Jörg Lutz.